{"id":2873,"date":"2019-02-25T20:41:50","date_gmt":"2019-02-25T18:41:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.rollrasen-verband.de\/?p=2873"},"modified":"2026-04-02T06:51:08","modified_gmt":"2026-04-02T06:51:08","slug":"bericht-von-der-drv-wintertagung-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/rollrasen-verband.de\/index.php\/2019\/02\/25\/bericht-von-der-drv-wintertagung-2019\/","title":{"rendered":"Bericht von der DRV Wintertagung 2019"},"content":{"rendered":"<h4>Bericht von der DRV Wintertagung 2019 in Fulda<\/h4>\n<p>Viele Mitglieder \u2013 interessante Referenten \u2013 gute Gespr\u00e4che \u2013 eine Neuerung<\/p>\n<p>Der Deutsche Rollrasen Verband (DRV) hatte nach Fulda zur Wintertagung mit Mitgliederversammlung geladen. Waren es die angek\u00fcndigten Themen, der fast schon historische Vorstandswechsel oder die Auswirkungen der bedrohlichen Trockenheit des zu Ende gegangenen Jahres? Alles zusammen f\u00fchrte dazu, dass fast 60 Teilnehmer aus 28 Mitgliedsbetrieben den Weg nach Fulda fanden.<\/p>\n<p>Zum Einstieg stellte Verbandsreferent Martin Bocksch die Zahlen aus der j\u00fcngsten Mitgliedererhebung vor. Der DRV hat derzeit 44 Mitglieder. J\u00fcngstes Mitglied, seit Jahresbeginn 2019, die Rasenschule G\u00f6ring aus Rellingen.<\/p>\n<p>Derzeit bewirtschaften die DRV-Mitglieder rund 2.460 ha Fertigrasenfl\u00e4che. Das verbreitetste Sodenformat ist die Quadratmeterrolle in den Ma\u00dfen 0,4 x 2,5 m, aber auch der Trend zu kleinfl\u00e4chigeren, und damit leichteren Rollen, h\u00e4lt an.<\/p>\n<p>Gleich anschlie\u00dfen sollten sich \u201estaubtrockene\u201c Steuerthemen. Aber von wegen \u201estaubtrocken\u201c: Erfrischend und locker und vor allen Dingen spannend und wissensreich pr\u00e4sentierte Christian Wensierski, Steuerberater der Dr.\u00a0Gemmeke GmbH Steuerberatungsgesellschaft, den Themenkomplex \u201eMehrwertsteuer, Einheitswertbestimmung, Barkassen und die zunehmende Digitalisierung in der Buchhaltung bis zur elektronischen Buchf\u00fchrung\u201c.<\/p>\n<p>Haben Sie schon mal was von \u201eUmsatzsteuerlicher Organschaft\u201c geh\u00f6rt? Ein Thema, was einige der Anwesenden in der n\u00e4chsten Zeit noch besch\u00e4ftigen wird.<\/p>\n<p>Ein Aufhorchen gab es beim Thema Digitalisierung, denn tats\u00e4chlich werden ja schon viele Vorg\u00e4nge elektronisch durchgef\u00fchrt. Diese Dateien k\u00f6nnen die Basis f\u00fcr eine immer breitere und vollst\u00e4ndigere digitale Buchf\u00fchrung sein, wie er erl\u00e4uterte.<\/p>\n<p>Seit 2017 gibt es nur noch zwei Barkassenformen: die \u201eoffene Ladenkasse\u201c oder die \u201eRegistrierkasse\u201c. Letztgenannte ist meist buchf\u00fchrungspflichtig und das muss \u00fcber 10 Jahre dokumentiert bleiben. Der ab 2020 notwendige nicht manipulierbare \u201eKassenspeicher\u201c macht die Sache nicht leichter und wird Viele zur Anschaffung einer neuen Registrierkasse zwingen, ohne die Alte danach entsorgen zu k\u00f6nnen \u2013 10 Jahre Datensicherung\u2026<\/p>\n<p>Danach kam Ute Matthies zu Wort. Von der Sozialversicherung Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gartenbau (SVLFG) gibt es immer Neues! Mit Berufsgenossenschaft, Alterskasse, Krankenkasse und Pflegekasse ist das Themenspektrum gro\u00df.<\/p>\n<p>Es ging in erster Linie erneut um die Neueinstufung der Fertigrasenerzeugung bei den Krankenkassenbeitr\u00e4gen und die damit einhergehende deutliche Beitragsreduzierung f\u00fcr viele Mitgliedsbetriebe. Wie Frau Matthies erl\u00e4uterte, f\u00e4llt<\/p>\n<p>dadurch auch der Fragebogen der BG zur Erfassung der Lohnsummen weg, da ein pauschalierter Arbeitsbedarfsansatz ber\u00fccksichtigt wird. Ein sch\u00f6ner Nebeneffekt. Zu erreichen war das alles nur, weil der DRV als ein geschlossener und starker Verband aufgetreten ist. Allein h\u00e4tte das keiner erreicht! Der Verband ist daher wichtiger geworden und wird es in Zukunft bleiben \u2013 f\u00fcr Jeden Fertigrasenerzeuger.<\/p>\n<p>Es folgte eine Premiere auf den DRV-Wintertagungen. Hintergrund war die Beobachtung, dass alle Betriebe gro\u00dfes Interesse daran zeigten wie Kollegen Probleme l\u00f6sen. Das gilt nat\u00fcrlich besonders, wenn es die Gleichen sind, wie die, die einen selbst besch\u00e4ftigen. Zudem war es das Ziel, die Mitglieder aktiver in die Wintertagungen einzubeziehen. Der trockene Sommer bot nun die passende Gelegenheit. Vier Mitglieder hatten im Vorfeld ihre Bereitschaft erkl\u00e4rt ihre Probleme im Zusammenhang mit der Trockenheit und wie sie damit umgegangen sind den Kollegen vorzustellen. Dazu wurden 9 Fragen zusammengestellt, um die Beitr\u00e4ge zu strukturieren und vergleichbar zu machen.<\/p>\n<p>So berichteten Albert Pottmeyer (Rasenschule Pottmeyer), Henry Ferling (Rasenland Krostitz), Rafael M\u00fcller (Rollrasen M\u00fcller) und Stefan Wille (BOFERA) von ihren Niederschlagsmengen, ihren pflegetechnischen Konsequenzen, ihrer Bew\u00e4sserungsm\u00f6glichkeit, der Wasserquelle und Kundenreaktionen. Es ergab sich ein h\u00f6chst heterogenes Bild und eine rege Diskussion. Nicht \u00fcberall wurde die Trockenheit als so gravierend empfunden aber pflegetechnische Anpassungen hatten alle umgesetzt. Wasserbeschr\u00e4nkungen gab es nicht und so hat \u2013 wer konnte \u2013 bew\u00e4ssert und weiter geerntet.<\/p>\n<p>Kundenreklamationen wegen Austrocknung gab es keine. Wahrscheinlich hat bei dieser Witterung auch der Letzte den Ernst der Lage erkannt und bew\u00e4ssert. Schwieriger wird der Blick in die Zukunft, denn Ansaaten haben sehr gelitten und einige mussten umgebrochen werden. Andere Kollegen versuchten es mit Nachsaat. Im Fr\u00fchjahr werden wir sehen, was die Ma\u00dfnahmen gen\u00fctzt haben.<\/p>\n<p>Zum Abschluss des ersten Tages berichtete noch einmal der Verbandsreferent. Denn auch Fertigrasenerzeuger m\u00fcssen sich wohl mit dem neuen und seit dem 1. Januar geltenden Verpackungsgesetz besch\u00e4ftigen. Tauschpaletten und Ladungssicherungsfolien, die zudem nicht beim Endverbraucher landen, sollten doch eigentlich Ausschlusskriterium sein. Hier half eine Antwort der <em>\u201eStiftung Zentrale Stelle Verpackungsregister\u201c<\/em> auf Verbandsanfrage nur unzureichend weiter. Das Thema d\u00fcrfte jedoch nicht nur diese Branche noch eine Zeitlang besch\u00e4ftigen.<\/p>\n<p>Nach der Mitgliederversammlung am n\u00e4chsten Morgen wurde die Tagung fortgesetzt. Ulrike Niemann, Fa. Compo-Expert, machte den Anfang. Das Interesse an ihrem Beitrag \u201eMikron\u00e4hrstoffe und Biostimulanzien in der Fertigrasenaufzucht\u201c war gro\u00df. Frau Niemann verf\u00fcgt \u00fcber gro\u00dfen Rasensachverstand in Pflanzenschutz und Pflanzenern\u00e4hrung. Hinzu kommt ihre Fertigrasenerfahrung, ist sie doch mit Onno Onken vom Betrieb Boostedter Rollrasen verheiratet. Es ist erstaunlich, was man mit Algenextrakten und Speziald\u00fcngern, gerade im Fertigrasen, erreichen kann.<\/p>\n<p>Nach einem Vortrag, bei dem es in erster Linie darum ging mit allen m\u00f6glichen Stoffen gesundes Gr\u00e4serwachstum anzuregen, sollte es doch interessant sein, sich diese Wachstumsprozesse in der Graspflanze einmal genauer anzuschauen. Und, bis vor wenigen Jahren war dazu tats\u00e4chlich gar nicht so viel bekannt, obwohl wir Gr\u00e4ser mehr oder weniger seit Anbeginn der Menschheit in vielf\u00e4ltiger Art und Weise nutzen. Verbandsreferent Martin Bocksch ging zu diesem Thema wieder einmal selbst ans Rednerpult.<\/p>\n<p>Den schweren Part gegen das Mittagstief anzureden, hatte Georg Jeiler von der Fa.\u00a0Eurogreen, bei der er bundesweit die Fertigrasenerzeuger betreut. Unter dem Stichwort \u201eFertigrasenmischungen\u201c stellte er die wichtigsten Gr\u00e4ser und auch Mischungstypen mit einigen interessanten Aussagen vor. So beispielsweise zur Wiesenrispe: \u201eIhre Bedeutung f\u00fcr die Scherfestigkeit wird \u00fcbersch\u00e4tzt\u201c, zum Rotschwingel: \u201eEr wird in seiner Bedeutung f\u00fcr die Sch\u00e4lbarkeit der Sode untersch\u00e4tzt\u201c und \u201ebei Rotschwingel wird vermehrt der Ausl\u00e4ufertreibende Typ F.\u00a0rubra\u00a0rubra verwendet, weil er weniger dominant ist.\u201c<\/p>\n<p>Weiterhin ging er auf die technischen Qualit\u00e4ten der verwendeten Saatgutpartien ein. Fremdgr\u00e4ser, wie J\u00e4hrige Rispe (P.\u00a0annua) oder Gemeine Rispe (P. trivialis), die nicht einfach durch den regelm\u00e4\u00dfigen Schnitt entfernt werden k\u00f6nnen, sind ein gro\u00dfes \u00c4rgernis f\u00fcr die Fertigrasenerzeugung. Neuerdings aber auch einige grobe Gr\u00e4ser wie Honiggras (Holcus spp.) oder Welsches Weidelgras (L. multiflorum).<\/p>\n<p>Zum Abschluss brachte er noch eine aktuelle Markt\u00fcbersicht mit und gab Tendenzen f\u00fcr die Verf\u00fcgbarkeit der f\u00fcr uns wichtigsten Rasengr\u00e4ser ab \u2013 die sah nicht gut aus. Eigentlich ist alles Ben\u00f6tigte knapp oder gar ausverkauft und teuer!<\/p>\n<p>Und ganz allgemein: 2018 ist die Produktion deutlich ausgeweitet worden, dennoch war die Ernte sehr schlecht. Viele der Neuansaaten f\u00fcr 2019 sind im Herbst missgl\u00fcckt. Daher ist die Erntesituation f\u00fcr 2019 sehr unsicher.<\/p>\n<p>Mit dem Ende der Mittagspause war der letzte Referent der diesj\u00e4hrigen Wintertagung eingetroffen: Thomas Eckardt, der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Saatzucht Steinach, dem Z\u00fcchter der beiden derzeit im Vertrieb befindlichen Sorten der L\u00e4gerrispe (Poa supina) Supranova (1998) und Supreme (2002). Zum Abschluss sollte er nun \u201eDie L\u00e4gerrispe als Rasengras\u201c vorstellen. Wichtigste Eigenschaft dieser Grasart ist ihre F\u00e4higkeit zur Ausl\u00e4uferbildung, die zu der so \u00fcberragenden Narbendichte f\u00fchrt, was sie insbesondere f\u00fcr schattige Fl\u00e4chen interessant macht.<\/p>\n<p>Neben den genannten Sorten befindet sich in der aktuellen Pr\u00fcfung beim Bundes-sortenamt ein neuer Stamm. Er soll dunkler sein und auch durch andere Vorz\u00fcge \u00fcberzeugen. Zu den wichtigsten Zielen bei der Z\u00fcchtung geh\u00f6ren nach seiner Aussage die Erh\u00f6hung des Samenertrages, eine dunklere Blattfarbe, eine bessere Winterfarbe und gesteigerte Trockenheitstoleranz. Dazu zeigte er einige Bilder aus der Z\u00fcchtung und der schwierigen Vermehrung und stellte die genannten Sorten und den Zuchtstamm genauer vor.<\/p>\n<p>Zu den Herausforderungen bei der Produktion von L\u00e4gerrispe z\u00e4hlen insbesondere die:<\/p>\n<ul>\n<li>sehr langsame Bestandesetablierung<\/li>\n<li>Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Fr\u00fchjahrstrockenheit<\/li>\n<li>Sp\u00e4tfrostgefahr bei der Bl\u00fcte von Ende April bis Anfang Mai &#8211; bis zu 50% Verluste!<\/li>\n<li>Bl\u00fcte, Fruchtbildung und Abreife dauern einen Monat<\/li>\n<li>extremer Mutterkornbefall bei k\u00fchler u.\/o. schmuddeliger Witterung zur Bl\u00fcte<\/li>\n<li>st\u00e4rkste Ausfallneigung alle Gr\u00e4ser<\/li>\n<li>sehr kleines TKG (0,2g)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nach kurzer Diskussion sprach Cord Matthies das Schlusswort und lud die Mitglieder zur Sommertagung am 4. Juli auf den Broicherhof in Niederkassel ein.<\/p>\n\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Martin Bocksch<br \/>\nVerbandsreferent<br \/>\nDeutscher Rollrasen Verband e.V.<\/p>\n<p>Den Bericht k\u00f6nnten Sie sich <a href=\"http:\/\/www.rollrasen-verband.de\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/DRV-Wintertagung-2019.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">hier<\/a> nochmal als PDF downloaden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht von der DRV Wintertagung 2019 in Fulda Viele Mitglieder \u2013 interessante Referenten&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":2875,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[26,27,28,29],"tags":[38,57],"class_list":["post-2873","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","category-blog","category-mitglieder","category-rasenpflege","tag-drv","tag-wintertagung",""],"views":5,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/rollrasen-verband.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2873","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/rollrasen-verband.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/rollrasen-verband.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rollrasen-verband.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rollrasen-verband.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2873"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/rollrasen-verband.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2873\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3451,"href":"https:\/\/rollrasen-verband.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2873\/revisions\/3451"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/rollrasen-verband.de\/index.php\/wp-json\/"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/rollrasen-verband.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2873"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/rollrasen-verband.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2873"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/rollrasen-verband.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2873"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}